Neulich habe ich mich mal an die Produktion von Arancini gewagt. Bevor ich aber darüber schreibe, kommt etwas Geschichte. 😉
Woher stammen Arancini?
Arancino – so der Singular – bedeutet zuerst einmal kleine Orange. Die Form und die Farbe gaben der Speise den Namen.
Das italienische Wort arancia (Orange) wiederum ist über Spanisch (naranja) aus dem Arabischen (nārandsch) entlehnt. Doch die Etymologie lässt sich noch weiter verfolgen: Über Persien (nārendsch und nāreng), Altindien (nāranga) bis nach Südasien.1
Auf Sizilien herrscht ein Streit darüber, ob der Name der Speise nun weiblich (arancina) oder männlich (arancino) ist.
Die Verfechter der weiblichen Variante in Westsizilien (Palermo) argumentieren damit, dass auf italienisch generell ein Baum männlich, die Frucht aber weiblich ist (z.B. ciliegio – der Kirschbaum, ciliegia – die Kirsche; pesco – der Pfirsichbaum, pesca – der Pfirsich).
Die Ostsizilaner (Catania) wiederum führen das Wort auf die sizilianische Sprachgewohnheit zurück, Früchte mit der männlichen Endung -u (d.h. aranciu) zu bezeichnen und bevorzugen daher die männliche Variante.
Während die Accademia della Crusca, die älteste Sprachgesellschaft der Welt und natürlich in Florenz gegründet, die Meinung vertritt, dass die weibliche Version korrekt sei, hat sich aber die maskuline letztlich durchgesetzt, wie eine Suche mit der in Deutschland beliebtesten Suchmaschine eindeutig ergab: 11.600 gegenüber 120.000 Ergebnisse.
Wann die „herzhafte kleine Orange“ erfunden wurde, ist unklar. Auf Sizilien scheint sie sich erst gegen Mitte des 19. Jahrhunderts durchgesetzt zu haben – und zwar zuerst als süße Variante!
Das Vorbild für die herzhafte könnte aus dem arabischen Raum stammen: Im Kochbuch von Muhammad bin Hasan al-Baghdadi aus dem Jahr 1226 gibt es ein Rezept für Nāranjīya (Orange): ein in gequirltes Ei getauchtes und in Form einer Orange gebratenes Fleischbällchen aus Hammelfleisch. Noch heute findet man in Vorderasien ein ähnliches Gericht: Kibbeh, in der Türkei als Içli Köfte bekannt, wobei die Form mehr einem Ei ähnelt.
Meine Arancini
Vorbereitung
Zuerst habe ich Reis gekocht – für die herzhafte Variante Risotto, für die in Italien untypische süße Milchreis.
Zubereitung
Während der Reis abkühlte, bereitete ich die Füllungen vor, ließ auch hier meiner Fantasie freien Lauf und kreierte neue, nicht italienische Sorten. Deutsch-ialienische Fusion-Küche. 😉
Herzhafte
- Ei in Senfsauce mit Sesam
- Geräucherter Käse
- Schwarze Oliven und Lauchzwiebeln
- Seelachs
Süße
- Milchreis pur
- Nüsse, Honig und Zimt




Dann formte ich den mit den Zutaten gemixten Reisteig und fügte im Zentrum eine weitere Zutat hinzu: Mozzarella oder Marmelade. Zur Unterscheidung machte ich die herzhaften tropfenförmig (die Originale sind konisch), die süßen rund.
Die Rohlinge zog ich durch eine Mischung aus Ei und Parmesan und panierte sie anschließend in Vollkornmehl.





Zuletzt frittierte ich sie jeweils rund drei Minuten in Sonnenblumenöl.
Für einen ersten Versuch sehen die Resultate doch schon ganz gut aus… Ähneln Sie nicht den sizilianischen Orangen? 😉




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