Am letzten Freitag im Mai hieß es wieder einmal früh am Morgen aufstehen, um den Bahnhof rechtzeitig für einen Ausflug zu erreichen. Also sattelte ich nach dem üblichen ersten caffè mein (für mich noch recht junges) altersklappriges Fahrrad und strampelte los. Drei Stunden Zugfahrt durch zum Teil beeindruckendes Bergland lagen vor mir.
Ankunft
Nach meiner fast pünktlichen Ankunft gab es einen herzlichen Empfang: Ana, die gerade in Ravenna weilte und in Deutschland zwei Stunden von mir entfernt wohnt, erwartete mich schon, um mit mir die kommenden zwei Tage Ravenna unsicher zu machen. Zwar war sie schon seit einigen Tagen in der Stadt, hatte aber extra für mich die Highlights noch ausgespart. Also ging es sofort los zum ersten! Ein Spielplatz mit einer Schaukel, fünf Minuten vom Bahnhof entfernt. 😉
Auf in das Zentrum!
Nach dem obligatorischen Stadtbegrüßungs-caffè (vgl. Arezzo) ging es von da an Schlag auf Schlag: Der Goldfischzucht in der Kirche San Francesco folgte das beeindruckende Mausoleum der Galla Placidia und die Kirche San Vitale. Oh, das weckte Erinnerungen an ein Seminar in Göttingen über frühe nachantike Mosaikkunst!
Sehr beeindruckende Bildwerke lieferten uns Anlässe für gefühlt stundenlange Betrachtungen und Fachsimpeleien über die Darstellungen, z.B. über die subtilen Andeutungen der Rundungen der Körper, die Hipsterbärte, die „geografische“ Tiefenstaffelung oder die verwendeten Materialien. Draußen dienten uns zwischenzeitlich die herrliche italienische Sonne und die alten Architekturen als willkommene Folie zur Erstellung von Porträtaufnahmen, auch dank des „Schöne-Haut“-Modus‘ meiner Kamera. 😉






Classe-nausflug
Am Nachmittag machten wir dann eine Classe-nfahrt zur Kirche Sant’Apollinare in Classe. Das war sehr schön. Die Sonne hat ganz doll auf das kleine Örtchen mit der großen Kirche geschienen und die Vögelein haben ganz idyllisch gezwitschert. Die – für den heute unbedeutenden und kleinen Ort viel zu große – Kirche war auch ganz schön und mit vielen Bildern geschmückt. Unser Kommentar hierzu war: Klasse! Und damit war die Klassenfahrt schon wieder zu Ende… 😂




Nur eine Frage blieb dabei unbeantwortet: Wieso hat ein „Wassergott“ (der Heilige Apollinaris) eine eigene Kirche erhalten? 🤣 Nun denn. Wir liefen jedenfalls im Anschluss gestärkt mit Eis in Richtung des antiken Hafens, dessen Formen aber erst von oben wirklich nachvollziehbar werden…
Wieder in Ravenna…
Zurück in Ravenna fanden wir noch Zeit, das Arianer-Baptisterium zu besuchen. Ganz ökonomisch gab es für das kleine Bauwerk ein Ticketautomat; für die Erläuterung des unsinnigen Menüs, der Kontrolle der Eintrittskarten und der Besucher vor Ort hatte man aber zwei Aufpasser abgestellt! Ein bisschen liefen wir danach noch durch das Zentrum, um einen Wein zu kaufen – daneben fanden wir auch noch Lakritz in Rohform und raspelten dann nach der fachkundigen Anleitung des Verkäufers Süßholz…

Bevor wir uns auf den Rückweg machten, begossen wir unser Wiedersehen mit zwei vini auf einer piazza, kauften anschließend noch pizza und ließen den Abend mit den Mitbringseln ganz italienisch im „Garten“ der Jugendherberge ausklingen.
Tag 2
Nach einer aufgrund der langen Gespräche doch etwas kurzen Nacht (so oft sehen wir uns halt leider nicht), ging es am nächsten Morgen nach dem üblichen „üppigen“ italienischen Frühstück wieder zurück in die Stadt. Besichtigungen folgender Bauwerke standen an: Der keinen Eintritt kostende sogenannte Palast Theoderichs, die Kirche Sant‘ Apollinare Nuovo (nun ja, Wasser ist Leben und doppelt hält besser!), der Dom und das dazugehörige Baptisterium, die Klamottenbude OVS, eine weitere Kirche (San Giovanni Evangelista) auf dem Weg zum Bahnhof… Mit einem letzten caffè beendeten wir unser Wiedersehen, bevor mich Ana schon wieder zum Bahnhof zurückbegleitete. Auf der Zugfahrt hatte ich dann einen Ohrwurm: „Rave–Na-Na–Na-Na-Na“ nach der Musik des Refrains von „Live is life“ von Opus… 😀







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