Der Florentiner Philosoph und Schriftsteller Giovan Battista Gelli (auch Giambattista; 1498-1563) setzte sich für die Verwendung des Italienischen in allen Bereichen, d.h. auch der Wissenschaft, ein. Er war Mitglied der losen literarischen Vereinigung Orti Oricellari, Vorläufer der Accademia Fiorentina (auch Società di Eloquenza). Diese unter anderem vom Dichter Antonio Francesco Grazzini (s. Canti Carnascialeschi) mitgetragene Institution führte unter dem Schutz von Cosimo I. de‘ Medici die Bemühungen fort und förderte neben der Dichtkunst auch Naturphilosophie, Astronomie und Mathematik.
Ludwig I. von Anhalt-Köthen (1579-1650) lernte während seines Aufenthaltes in Florenz Ende des 16. Jahrhunderts die Bemühungen um die italienische Sprache kennen. Er wurde im Jahre 1600 erstes deutsches Mitglied der ebenfalls unter anderem durch Grazzini begründeten Accademia della Crusca, der ältesten Sprachgesellschaft.
In der Folge gründete Ludwig 1617 in Köthen die Fruchtbringende Gesellschaft, die erste deutsche Sprachakademie, die sich der Förderung und Bewahrung der deutschen Sprache widmete. Ludwig hielt die Publikationen Gellis für seine Ziele so grundlegend, dass er diese übersetzt veröffentlichte.




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