Am 27. April 1937 starb Antonio Gramsci (sprich: Gramschi) in Rom. Der 1891 in Ales auf Sardinien geborene Gramsci war ein Schriftsteller, Marxist und Politiker. Er gehörte zu den Begründern der Partito Comunista Italiano (Kommunistische Partei Italiens).
Im November 1926 wurde Gramsci unter dem faschistischen Diktator Mussolini aufgrund seiner politischen Betätigungen inhaftiert und verfasste während der achtjährigen Haftzeit diverse politisch-philosophische Texte, die als „Gefängnishefte“ bekannt geworden sind. Darin setzte er sich unter anderem mit der Bedeutung spiritueller Hegemonie, im Falle Italiens der katholischen Kirche, für die Aufrechterhaltung von Machtstrukturen auseinander. Weitere Themen waren der Intellekt, die Bedeutung und Funktion des Staates und deren Beziehungen untereinander.
Im Herbst 1934 wurde er aufgrund seines schlechten Gesundheitszustandes entlassen und starb zweieinhalb Jahre später.
Gramscis hinterlassenes Werk beeinflusst die Politikwissenschaft, Soziologie und Philosophie noch heute. Seine Zitate bleiben aktuell:
„Man muss nüchterne, geduldige Menschen schaffen, die nicht verzweifeln angesichts der schlimmsten Schrecken und sich nicht an jeder Dummheit begeistern. Pessimismus des Verstandes, Optimismus des Willens.“
Gefängnishefte, H. 28, § 11, 2232
Gramscis Bedeutung wird dadurch sichtbar, dass es in vielen Orten Italiens eine Straße seines Namens gibt; in Florenz ist das der Abschnitt einer vielbefahrenen Hauptstraße zwischen Piazza Beccaria und dem Cimitero degli Inglesi (englischem Friedhof).


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