Sind Euch auch schon einmal Wandöffnungen aufgefallen, die zumeist relativ klein sind und eine Inschrift tragen und daher nichts mit den Buchette del vino zu tun haben? Die Inschriften verraten die ursprüngliche Verwendung…
In Florenz findet man gewöhnlich die Aufschrift Limosine. Dies hat natürlich nichts mit dem französischen Kutschentyp „Limousine“ zu tun, aus dem später die Bezeichnung für einen geschlossenen PKW abgeleitet wurde…
Gehen wir daher zuerst der Bedeutung des Wortes auf die Spur:
Altgriechisch
ἐλεημοσύνη („Eleemosyne“): Mitleid, Almosen
Von ἔλεος („eleos“): Mitleid, Erbarmen (eigentlich das Zerschneiden des Herzens)
Lateinisch
elemosyna: Spende, Almosen
Auch: eleemosyna, eleimosina
Italienisch
elemosina: Almosen
Auch: lemosina, limosina, elimosina
Bei den Wandöffnungen handelt sich also um eine Art Spendenbox für die Armen. Diese Tradition geht, wie man auch dem Wort entnehmen kann, schon auf die alten Griechen zurück, wo es für die „Gutbetuchten“ üblich war, Bedürftige zu unterstützen. Die Römer übernahmen sowohl den Begriff als auch die Praxis.
Über die christliche Kirche, die dies fortsetzte, gelangte der Begriff Elemosine später auch in das deutsche Gebiet, wie ein Beispiel aus Münster zeigt und wandelte sich langsam in „Almosen„.
In Italien sind die Spendenboxen oftmals mit Elemosine bezeichnet. In Florenz findet man dagegen häufiger Limosine vor, es dürfte sich hierbei um eine regionale Ausprägung handeln. Angebracht sind die Inschriften zumeist an oder in der Nähe von Kirchen oder Heiligenbildern.










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