Das Highlight des kulinarischen Tages bildet, wie schon angedeutet, das Abendessen, die cena (sprich „tschena“). Ich möchte Euch nun die „klassische“ Reihenfolge vorstellen, wie man sie im Restaurant bestellen kann (natürlich nicht muss), zu Hause aber aus Zeitmangel oder wegen des Aufwands nur zu besonderen Anlässen umgesetzt wird. Meine Mitbewohner machen sich beispielsweise meist nur Pasta oder Risotto (ich, als „Langzeitstudent“, stelle da natürlich keine Ausnahme dar :D), eine Ex-Mitbewohnerin „kochte“ sogar sehr oft nur Tütensuppe, die die ganze Bude vollmüffelte!
Antipasti
Nun, nach der Getränkebestellung und für gewöhnlich während man noch die Karte nach etwas Leckerem durchschaut, erhält man typisch toskanisches ungesalzenes Brot mit Olivenöl und Meersalz, um die Wartezeit bis zum Essen zu überbrücken. Dann folgen antipasti, die Vorspeisen. Bestellen kann man beispielsweise eine „bunte“ Platte mit Salami und/ oder Schinken, Oliven, gegrillten Zucchini oder verschiedene carpacci (dünne Scheiben normalerweise vom Rind, aber auch von verschiedenen Fischsorten), Meeresfrüchte oder die beiden berühmtesten Vorspeisen: bruschetta, geröstetes Brot mit Tomatenwürfeln, und caprese, bei uns als Tomate-Mozzarella bekannt.


Primo piatto
Dem schließt sich der erste Gang – primo piatto – an: Diverse Nudelgerichte (mit Meeresfrüchten, verschiedenen Gemüse- oder Fleischsorten, Knoblauch und Öl usw.; für weitere Beispiele s. auch Teil 2). Oder risotto in sämtlichen Variationen. Oder Suppen, hiervon ist ribollita eine sehr bekannte florentinische Spezialität (eine Gemüsesuppe mit Brot). Oder Salate. Oder Pizzen, z. B. mal mit Auberginen, Nüssen und Honig. Mein Favorit: Die neapolitanische Pizza Salsicc’e friarielli (salsiccia ist eine Art scharfe Bratwurst und friarielli heißt auf deutsch Rübstiel und ähnelt etwas Blattspinat).





Secondo piatto
Nun folgt der zweite Gang – secondo piatto. Dieser besteht zumeist aus Fleisch oder Fisch mit nur wenigen weiteren Zutaten. Wenn man Kartoffeln, Pommes, Salat, Gemüse oder anderes dazu möchte, muss man diese contorni (Beilagen) extra bestellen, was natürlich zusätzliche Kosten verursacht! Der berühmteste florentiner secondo ist übrigens das bistecca alla fiorentina, ein bis zu sechs Zentimeter starkes Rindersteak. Dieses wird nach Gewicht bezahlt; der derzeitige Preis für das etto (100 g) liegt bei circa 4 bis 6 Euro (Achtung, durch die Dicke der Scheiben wird es schnell teuer!).




Coperto und Trinkgeld
Als letzte Speise folgt das Dessert, worauf ich aber im Teil 4 eingehe. Zum Abschluss folgt wie üblich der caffè. Wenn danach die Rechnung (il conto) kommt, wird unter den Italienern für gewöhnlich einheitlich und solidarisch geteilt. Zu beachten ist noch, dass in den meisten ristoranti ein coperto (Gedeck) auf die Rechnung aufgeschlagen wird, welches für gewöhnlich zwischen 1 und 3 Euro pro Person liegt. Das Trinkgeld ist dann schon mit inbegriffen! Ist man mit dem Essen und dem Service aber überaus zufrieden, darf man gern noch etwas dazugeben. 😉


Aperitivo
Neben den in Teil 2 genannten Alternativen zu den ristoranti gibt es noch eine Möglichkeit, vielseitig, günstig und lecker zu Abend zu essen: der aperitivo. Abgeleitet vom französischen „Aperitif“ – Getränk zum Auftakt des Essen – hat sich die Bedeutung in Norditalien etwas gewandelt: Ähnlich wie spanische Tapas bedeutet es kleine Speisen, die zum Getränk dazu genommen werden können. Hier in Florenz ist es sehr populär und wird jeden Abend in vielen Bars angeboten.


Gewöhnlicherweise bestellt man den aperitivo, in dem ein Getränk der Wahl enthalten ist. Manchmal ordert man auch ein Getränk und kann gegen einen kleinen Aufpreis von 2 bis 4 Euro teilnehmen. Dafür darf man sich dann die komplette aperitivo-Zeit (meist zwischen 19 und 22 Uhr) so oft man möchte am Büffet bedienen! Das Angebot ist je nach Bar sehr unterschiedlich und lädt natürlich dazu ein, alles mögliche auszuprobieren; nur Süßes gibt es relativ selten. Gerade für uns büffeterprobte Deutsche ist das eine sehr günstige Gelegenheit (normalerweise 8 bis 12 €), sich mit leckeren Sachen den Bauch vollzuschlagen! Oftmals ist dafür das zweite Getränk recht teuer, aber man wird ja nicht gezwungen, noch eines zu bestellen… 😉
Zum Teil 4, dem Dessert, klicke hier.


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