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Ludwig I. von Anhalt-Köthen und Giovan Battista Gelli
Der Florentiner Philosoph und Schriftsteller Giovan Battista Gelli (auch Giambattista; 1498-1563) setzte sich für die Verwendung des Italienischen in allen Bereichen, d.h. auch der Wissenschaft, ein. Er war Mitglied der losen literarischen Vereinigung Orti Oricellari, Vorläufer der Accademia Fiorentina (auch Società di Eloquenza). Diese unter anderem vom Dichter Antonio Francesco Grazzini (s. Canti Carnascialeschi) mitgetragene Institution führte unter dem Schutz von Cosimo I. de‘ Medici die Bemühungen fort und förderte neben der Dichtkunst auch Naturphilosophie, Astronomie und Mathematik. Ludwig I. von Anhalt-Köthen (1579-1650) lernte während seines Aufenthaltes in Florenz Ende des 16. Jahrhunderts die Bemühungen um die italienische Sprache kennen.…

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Buchette del vino – „Tabernakel des Weins“
Wenn man in Florenz die Wände alter Bauwerke mit den Augen „abscannt“, so wie ich mir das angewöhnt habe 😉, kann man viele Dinge entdecken: diverse moderne Formen von Street Art (z.B. Bilder und aufgeklebte Gedichte), alte steinerne Embleme und Inschriften von Zünften, Verboten und vieles mehr. Um eine weitere vor allem aus Florenz und Umgebung überlieferte Form, buchette genannt, soll es im Folgenden gehen… Damit werden kleine Löcher (il buco/ la buca = Loch, Öffnung) in der Hauswand bezeichnet, meistens in der Nähe von Fenstern oder Türen, die architektonisch oftmals wie kleine Portale gestaltet sind. Ihren Verwendungszweck geben einige…

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Der Geist des Palazzo Grifoni
Florenz, diese an Bauwerken und Kunstschätzen reiche Stadt, hat natürlich auch zahlreiche Sagen aufzuweisen. Eine beschäftigt sich mit dem Palazzo Budini Gatai (ehemals Grifoni), in dem sich ehemals mein Arbeitsplatz befand, die Fotothek des Kunsthistorischen Institutes… Gerade denjenigen, die jeden Tag den Palazzo aus der Richtung der Piazza della Santissima Annuziata passieren, wird es wohl schon einmal aufgefallen sein: Das Fenster (bzw. korrekterweise die Jalousie) ganz rechts in der ersten Etage ist niemals geschlossen. Der Sage nach wartete hinter dieser Jalousie eine Dame auf ihren Mann, der aus dem Hause Grifoni stammen soll und in den Krieg zog, aber niemals…

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Schon gewusst?
Der Volksmund und die Florentiner Stadtführer meinen, dass der Bildhauer Benvenuto Cellini sich selbst in seiner Statue des Perseus verewigt habe. Betrachtet man die Kopfpartie auf der Rückseite der Figur, so scheint einen in der Tat ein finsteres Gesicht mit einem Rauschebart anzublicken… Mit seinen scharfen Zügen bildet es einen starken Kontrast zu dem weichen, jungen Gesicht des Perseus auf der Vorderseite. Diese Doppelansichtigkeit lässt sich daher als Metapher für die Gleichzeitigkeit der jugendlichen Tatkraft (d.h. der Zukunft) und der Altersweisheit (also der Vergangenheit) verstehen. Eventuell ist das rückwärtige Gesicht damit auch eine Huldigung Cellinis an die Familie Medici, die…

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Das Gebäude – der Palazzo Grifoni Budini Gattai
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Ab 1561 ließ der damalige Sekretär des Großherzogs Cosimo I. de‘ Medici Ugolini Grifoni den Palast errichten. Das zweite Geschoss wurde jeoch erst lange nach dem Tode Grifonis im Jahr 1772 fertiggestellt. Die heutige Innengestaltung geht auf die Familie Budini Gattai zurück, die den Palast 1890 erwarb und innerhalb der folgenden beiden Jahre neu ausmalen ließ. Details zum Bauwerk mit vielen Fotos findet Ihr hier: Online-Ausstellung des KHI zum Palazzo Grifoni Budini Gattai. Seit 2010 hatte die Photothek des Kunsthistorischen Institutes in Florenz ihren Sitz in diesem schönen Palazzo (2024 ist sie ausgezogen). Die Bibliothek mit Schwerpunkt Fotografie, Arbeitsräume und…

