-
Florentiner Souvenirs
Reisenden stellt sich oft die Frage, was man Freunden und Verwandten als Souvenir mitbringen kann. Die Tourismus-Industrie bietet hierfür billige Mini-Davidfiguren, Grillschürzen mit Davids Geschlechtsteil, Handtücher mit irgendwelchen Kunstwerken oder die üblichen Kühlschrankmagneten, die aber nicht in der Toskana produziert wurden. Das Mitbringsel sollte jedoch – das ist jedenfalls meine Idealvorstellung – möglichst in der Reiseregion hergestellt sein. Hier gebe ich Euch ein paar Ideen für Florenz und die Toskana: Am ehesten bietet sich Essbares an: Bonbons und Marmelade, Schokolade, Käse und Salami; mein Favorit ist die Finocchiona, die toskanische Fenchelsalami, typisch ist aber auch die Wildschweinsalami (Cinghiale). Vieles davon…

-
Homemade Arancini
·
Neulich habe ich mich mal an die Produktion von Arancini gewagt. Bevor ich aber darüber schreibe, kommt etwas Geschichte. 😉 Woher stammen Arancini? Arancino – so der Singular – bedeutet zuerst einmal kleine Orange. Die Form und die Farbe gaben der Speise den Namen. Das italienische Wort arancia (Orange) wiederum ist über Spanisch (naranja) aus dem Arabischen (nārandsch) entlehnt. Doch die Etymologie lässt sich noch weiter verfolgen: Über Persien (nārendsch und nāreng), Altindien (nāranga) bis nach Südasien. Auf Sizilien herrscht ein Streit darüber, ob der Name der Speise nun weiblich (arancina) oder männlich (arancino) ist. Die Verfechter der weiblichen Variante…

-
Warum heißt es eigentlich „Antipasto“?
·
Unter antipasto, beziehungsweise im Plural antipasti, verstehen die Italiener (und wir ihnen folgend) grundsätzlich eine Platte kalter und warmer Vorspeisen. Das Wort ist ganz banal zusammengesetzt aus den italienischen Wörtern „anti“ (vor) und „pasto“ (Mahlzeit), bedeutet also „vor der Mahlzeit“. Beide Begriffe sind schon seit der Antike überliefert: Anti Pasto Eine kleine Liste typischer Antipasti findet Ihr – natürlich – in der Wikipedia.

-
„Russisch Brot“ – Eine russische, deutsche oder italienische Erfindung?
·
„Russisch Brot“ ist ein luftiges Gebäck aus den Grundzutaten Zucker, Eischnee, Kakao und Mehl. Hinzu können je nach Wunsch noch weitere Ingredienzen wie Karamellsirup oder Zimt gegeben werden. Die aufgeschlagene Masse wird in Buchstaben- und Zahlenform ausgebacken. Woher stammt der Name „Russisch Brot“? Bei einem Aufenthalt in Sankt Petersburg lernte der Dresdner Bäcker Ferdinand Friedrich Wilhelm Hanke (1816–1880) ein um die Mitte des 19. Jahrhunderts dort beliebtes Gebäck kennen. Hanke organisierte sich das Rezept der Bukwy („Buchstaben“) genannten Kekse, die die Form von kyrillischen Buchstaben aufwiesen. Nach der Rückkehr in seine Heimatstadt eröffnete Hanke 1845 eine „Deutsche & Russische Bäckerei“.…

-
Fiasco – Ein Fiasko?
·
Das ist doch ein Fiasko! Wie kann es sein, dass das so umfangreiche Wörterbuchprojekt der Grimms dieses Wort nicht kennt? Gab es das damals noch gar nicht im Deutschen? Der 2006er Duden definiert es zumindest ganz schlicht als „<ital.> Misserfolg; Zusammenbruch“. In meinem „Wilhelm Liebknechts Volksfremdwörterbuch“ von 1953, „das durch die großzügige Entfaltung der mannigfaltigsten Formen des Bildungswesens in der Deutschen Demokratischen Republik entstanden ist“ (S. 5), steht mehr geschrieben: „Fiásko, n., wörtl.: Flasche; dann (wohl v. d. Zerbrechlichkeit d. Glases abgeleit.) d. völlige Mißerfolg eines Schauspielers od. Theaterstücks; Durchfall, starker Mißerfolg (auf d. Bühne, im polit. Leben usw.); Zusammenbruch“…

-
Wie aus „Vin Xanto“ „Vin Santo“ wurde
·
Eine toskanische Spezialität, die man in Florenz und Umgebung überall probieren und kaufen kann, ist der Vin Santo, in den man Cantuccini (auch Biscotti di Prato genannt) stippt. Was das Besondere daran ist und warum der Wein angeblich so heißt, erzähle ich Euch im folgenden Beitrag. Was ist Vin Santo (der „heilige Wein“)? Vin Santo ist ein Dessert- bzw. Süßwein mit einem Alkoholgrad über 13%. Dies wird durch das „Rosinieren“ der Trauben erreicht, bei dem die Trauben nach der Ernte (traditionell bei abnehmendem Mond) bis Weihnachten oder noch länger gelagert werden, so dass durch den natürlichen Verlust von Flüssigkeit der…

-
Buchette del vino – „Tabernakel des Weins“
Wenn man in Florenz die Wände alter Bauwerke mit den Augen „abscannt“, so wie ich mir das angewöhnt habe 😉, kann man viele Dinge entdecken: diverse moderne Formen von Street Art (z.B. Bilder und aufgeklebte Gedichte), alte steinerne Embleme und Inschriften von Zünften, Verboten und vieles mehr. Um eine weitere vor allem aus Florenz und Umgebung überlieferte Form, buchette genannt, soll es im Folgenden gehen… Damit werden kleine Löcher (il buco/ la buca = Loch, Öffnung) in der Hauswand bezeichnet, meistens in der Nähe von Fenstern oder Türen, die architektonisch oftmals wie kleine Portale gestaltet sind. Ihren Verwendungszweck geben einige…

-
Die „Via torta“ in Florenz
Schaut man sich den Stadtplan bzw. Luftaufnahmen von Florenz an, fällt inmitten der einigermaßen geraden Straßen eine Struktur südöstlich vom Zentrum auf. Vier Straßen bilden hier zusammen ein Dreivierteloval, zwei Straßen schneiden dieses und münden in die Piazza di Santa Croce. Was hat es mit nun dieser seltsamen Struktur auf sich? Dem erfahrenen Archäologen ist es schnell klar: Die Straßen bilden das ehemalige römische Amphitheater der Stadt Florenz bzw. Florentia, wie sie damals hieß, ab. Dieses wurde in den Jahren 124 bis 130 außerhalb der damaligen Stadt errichtet, hatte einen Durchmesser von 126 Metern und konnte immerhin 20.000 Besucher aufnehmen. Wenn…

-
Bistecca (alla) fiorentina
·
Wenn man Florenz besucht, muss man, sofern man natürlich der „Fleischeslust“ frönt, auch mal ein Bistecca alla fiorentina ([Beef-]Steak nach florentiner Art) probieren. Vorwegnehmend sei aber darauf hingewiesen, dass es kein so günstiges Vergnügen ist, aber man gönnt sich das ja auch nicht jeden Tag… 😉 Schon wenn man durch die Straßen der toskanischen Stadt flaniert, wird man immer wieder auf diese Spezialität hingewiesen. Vor allem in Touristenvierteln sieht man alle Nase lang das rohe Fleisch in gekühlten Vitrinen ausgestellt liegen… (das lasse ich jetzt mal unkommentiert anhand der Bilder wirken). Traditionell wird hierfür die alte Rindersorte Chianina verwendet, die…

-
Cappuccino
·
Entgegen der landläufigen Auffassung in Deutschland, ab dem Mittag wird kein cappuccino mehr in Italien getrunken, hat meine Umfrage bei den italienischen Kollegen hier ein anderes Bild ergeben: Man trinkt zwar keinen cappuccino unmittelbar nach dem Mittagessen, weil dieser zu mächtig ist, aber nachmittags zur merènda wird er schon gern genossen.

-
Blumen für die Damen / Fiori per le signore/ Flowers for the ladies
Mit Schokolade und Zuckerperlen verzierte (Wachs- oder Zucker-?) Rosen in einem florentinischen Blumenladen. Tja, auch die Italiener wissen, dass Liebe durch den Magen geht! 😉

-
Merènda
Schon gewusst? Die Pause, die Italiener häufig gegen vier Uhr nachmittags machen und bei der sie einen leichten Snack einnehmen, wird merènda genannt. Die Bezeichnung leitet sich aus dem lateinischen merenda ab und bedeutet ungefähr „etwas, das man sich verdient hat“.

-
Essen, Teil 4: Dessert e gelato (Nachspeise und Eis)
·
Zu einem vollständigen Mahl (siehe der Beitrag cena) gehört in Italien, wie auch in Deutschland, etwas Süßes als Nachspeise. Diesem Kapitel widme ich mich als letztes meiner Serie rund um’s Essen. Dolci Die berühmtesten italienischen „Klassiker“, die in den meisten Restaurants angeboten werden, sind: Darüber hinaus hat natürlich jede Region eigene Spezialitäten. Hier in der Toskana, speziell in Florenz, sieht man unter anderem häufig: Nach allem, also ganz zum Schluss des Mahles, wird natürlich caffè gereicht. Von den weiteren unzähligen dolci, die man ganztags pur oder mit einem cappuccino oder einem caffè genießt, möchte ich hier erst gar nicht anfangen…

