1898 verkündete ein Artikel in der „Deutschen Bauzeitung“, dass die Florentiner Stadtverwaltung neue bauliche Maßnahmen im Zentrum plane, und erinnerte „mit Schmerzen [an] die grundlegenden Umgestaltungen“, welche ab 1885 zur Zerstörung eines Teils des Stadtzentrums geführt hatten.

Nun gebe es die Absicht,
die Via delle Terme mit einem breiten Strassenzuge zu durchqueren und zu vernichten; die eine Seite der Via Por Sa. Maria soll ihre alten Paläste verlieren und es soll selbst die Absicht bestehen, den Ponte Vecchio zu modernisiren. In der Via Romana haben bereits in weitem Umfange Häuserniederlegungen begonnen. [Nicht genug,] dass man die schöne Via dei Servi mit den Leitungsdrähten der elektrischen Strassenbahn überspannt habe, man werde diese auch bald an einer Ecke des Domes oder des Battistero anknüpfen. […] Auch die Loggia dei Lanzi erscheint bedroht durch Bauten, die man neben ihr in ihrem Charakter errichten will.
Deutsche Bauzeitung, Vol. 32, Nr. 99, Dezember 1898, S. 639
Am Ende des Beitrags schrieb der Autor hoffnungsvoll, dass sich zum Protest gegen diese Maßnahmen die Società per la Difesa di Firenze Antica gegründet habe und man „es für eine Ehrenpflicht der Gebildeten aller Länder [halte], die dankenswerthen Bestrebungen dieser Gesellschaft auf das nachhaltigste zu unterstützen.“
Società per la Difesa di Firenze Antica
Unter dem Vorsitz des Prinzen Tommaso Corsini, Bürgermeister der Stadt von 1880 bis 1886, gründete man 1898 in Florenz den Verein zur Verteidigung von Alt-Florenz, um sich gemeinsam für den Schutz des künstlerischen und kulturellen Erbes der Stadt einzusetzen.
Anlass waren die Bestrebungen der Stadtverwaltung zur Realisierung des zweiten Teils des Umgestaltungsplans der Innenstadt, der zur großflächigen Zerstörung des jüdischen Ghettos um den mercato vecchio herum geführt hatte. Hierfür sollten erneut zahlreiche Straßenzüge von erheblichem historischem und architektonischem Wert abgerissen werden, wodurch das Stadtgefüge, das so zahlreiche bekannte Künstler hervorgebracht hatte, seiner historischen Identität beraubt worden wäre. Gegen diese geplanten massiven, „haussmannschen“ Eingriffe in die Stadtstruktur begehrte der junge Verein auf und löste damit sowohl in Italien als auch im Ausland, wo die Renaissancestadt viele Verehrer besaß, generelle Dispute über den Umgang mit historischer Bausubstanz aus.1
Erfolgreich setzte sich der Verein in der Folgezeit für seine Ziele ein. So konnte er die massiven Umgestaltungen der Innenstadt verhindern (s.u.) und machte sich für Restaurierungsmaßnahmen wie der Loggia dei Tessitori (Loggia der Weber) in der Via San Gallo stark.2
„Sanierung durch Abriss“
Wie in vielen anderen Städten der sogenannten westlichen Welt dieser Zeit stand auch in Florenz die Stadtverwaltung vor einer schwierigen Aufgabe. Die zunehmende Industrialisierung hatte in der Landwirtschaft zu einer Reduktion der benötigten Landarbeiter und zu einer massiven Abwanderung in die Städte geführt, wo billige Arbeitskräfte für die neuen Fabriken gebraucht wurden. Infolge der dadurch bedingten starken Zunahme der Bevölkerung während der – in Deutschland als „Gründerzeit“ bekannt gewordenen – Epoche zwischen 1871 und 1900 breiteten sich die Städte weit über die jahrhundertealten Zentren aus, was unzählige ökonomische, ökologische, soziale und infrastrukturelle Herausforderungen mit sich brachte.3
Den Architekten, beziehungsweise den Vertretern der sich langsam in dieser Zeit entwickelnden Disziplin der Stadtplanung, stellte sich nun die Frage, wie man mit der Bebauung in den engen Innenstädten verfahren sollte: wollte man die alte Baustruktur sanieren und damit die Geschichte der Städte aufwendig bewahren oder den einfacheren und auch kostengünstigeren Weg, d.h. „Sanierungen durch Abriss“4 wählen?
Wie später in Frankfurt am Main (s. Block) entschied man sich in Florenz dafür, rücksichtslos mit der alten Baustruktur im Umkreis des mercato vecchio – heute Piazza della Repubblica – umzugehen, indem man in den 1880ern einen Großteil des über viele Jahrzehnte vernachlässigten und nun ruinösen Viertels unter dem Schlagwort Risanamento („Gesundung“) niederlegte und anschließend moderne Bauten errichtete. Abgesehen davon, dass Florenz so ein repräsentatives Zentrum erhielt, verfolgte man mit dieser Maßnahme das politisch durchaus gewollte Ziel, das dort befindliche jüdische Ghetto, das heißt – wie in Frankfurt – unbeliebte Bevölkerungsschichten aus dem Zentrum entfernen zu können.



Umgestaltung der Altstadt von Frankfurt am Main
Schon in den 1850er Jahren verursachten erste Straßendurchbrüche den Verlust historischer Bauten der Altstadt. Größere Veränderungen fanden zwischen 1880 und 1912 unter den Oberbürgermeistern Johannes von Miquel und Franz Adickes statt, als ein zweiter Anlagenring um die Kernstadt angelegt wurde, der zum Abriss im Weg befindlicher Altbauten führte.5
Um zukünftig die bauliche Neugestaltung zu vereinfachen und Bodenspekulationen einzugrenzen, setzte Adickes 1902 die nach ihm benannte Lex Adickes durch, die als Hilfsmittel auch die Zwangsenteignung vorsah. In der Folge ging er wenig rücksichtsvoll mit der historischen Bausubstanz um und ließ zahlreiche Fachwerkbauten „für Abbruchszwecke (und keineswegs zur Denkmalspflege!) ankaufen“6. Der Ausbruch des Ersten Weltkrieges verhinderte jedoch großflächige Maßnahmen.
Da nach dem Krieg dringend jeglicher Wohnraum benötigt wurde, blieben neuerliche Abrisse zunächst die Ausnahme. Infolge der fehlenden Pflege der teils jahrhundertealten Baustruktur war der Zustand vieler Gebäude aber sehr bedenklich.
Der Architekt Ernst May, der 1925 durch den Oberbürgermeister Ludwig Landmann zur Umsetzung seines ehrgeizigen Wohnungsbauprogramms „Neues Frankfurt“ in die Stadt geholt worden war, beauftragte den späteren „Altstadtbaumeister“ Theodor Derlam, einen Fünfjahresplan zu erstellen, der den Abriss der „schlimmsten Slumviertel der Altstadt damals in der Schlachthausgasse - Metzgergasse“7 zur Folge hatte.
Als Gründe hierfür nannte Derlam zum einen den schlechten baulichen Zustand der Fachwerkhäuser, zum anderen den Wunsch der Entfernung der „asoziale[n] Bevölkerungsschichten“8 aus dem Altstadtbild.
Während der NS-Zeit widmete sich Derlam im Rahmen des von Oberbürgermeister Friedrich Krebs 1934 ausgeschriebenen Programms zur „Altstadtgesundung“ intensiv der Sanierung und Entkernung ausgewählter Bauten, aber erneut auch der „Sanierung“ durch Komplettabriss.

Fantasievolle „vorbildliche Sanierung“ der Altstadt in Frankfurt, aus: Werner Lindner, Erich Böckler: Die Stadt. Ihre Pflege und Gestaltung, Callwey, München 1939, Abb. 741 u. 742
Ausweitung der Planungen in Florenz
Die bisherigen Zerstörungen des Florentiner Zentrums vor Augen klagte der Autor in der „Deutschen Bauzeitung“ 1898 die angekündigte Fortsetzung der Maßnahmen an. Im Folgejahr berichtete man in der „Bauzeitung“ sogar über eine Ausweitung dieser Umgestaltungspläne, die unter anderem eine Verbreiterung der Via Pellicceria und in Oltrarno den Abriss einer Seite des Borgo San Jacopo vorsahen. Gegen diese Maßnahmen, als deren Verursacher in der „Bauzeitung“ Bauspekulanten genannt wurden, rege sich aber Widerstand, so der Autor des Artikels. So zitierte er aus der „Illustrazione Italiana“ den Marchese Umberto Serristori, Mitglied des Abgeordnetenhauses:
Was in Florenz anzieht und entzückt, sind nicht nur seine Monumente, sondern ebenso der historische Charakter vieler seiner Strassen, die ruhmreichen Erinnerungen, die uns dort entgegentreten, die ganze eigenartige künstlerische Atmosphäre der Stadt, die man athmet, ohne sich der Elemente ihrer Zusammensetzung recht bewusst zu werden. Zerstört diese Elemente, und ihr athmet nicht mehr dieselbe Luft.
Deutsche Bauzeitung, Vol. 33, Nr. 49, Juni 1899, S. 3379

Die nächste Mitteilung über die Planungen in Florenz erschien in der „Bauzeitung“ zwei Jahre später, als man verkündete, dass die Akademie der Künste in Florenz einen allgemeinen Wettbewerb zur Stadtgestaltung ausgeschrieben habe:
Es handelt sich darum, die beste Lösung für [die] Verbindung zweier Ideale zu finden und zwar 1. die Verbesserung der hygienischen Verhältnisse gewisser Stadttheile, die im Vecchio Centro begonnen wurde, auf einige andere Stadttheile auszudehnen und 2. der Wunsch, dass eine solche Verbesserung, wenn sie in Angriff genommen wird, in Harmonie mit den Gefühlen aller derer zur Ausführung gelange, welche die historischen Erinnerungen und künstlerischen Schönheiten von Florenz hochschätzen.
Deutsche Bauzeitung, Vol. 35, Nr. 76, September 1901, S. 472
Im Folgeheft wurden die Wettbewerbskonditionen präzisiert:
Der Wettbewerb der R. Accademia delle Arti del disegno in Firenze verheisst einen Preis von 1500 lire und eine Anzahl „Verdienstdiplome“. Die Entwürfe sind 1 : 1250, dazu ein illustrierter Erläuterungsbericht verlangt. Das Preisgericht setzt sich aus 11 Mitgliedern zusammen, die aus den Körperschaften in Florenz gewählt werden, welche mit der Geschichte der Stadt und ihrer baulichen Entwicklung in Beziehung stehen. Die Aufgabe betrifft das Studium der piazetta A. S. Biagio, der Verbindung vom Centrum zum Arno und die Viertel, die von der via Guicciardini, Borgo S. Jacopo und via Maggio eingeschlossen werden, mit der Absicht, die Verbindung durch die Mitte von Florenz, durch die via Romana und den Lung’Arno Torrigiano und S. Frediano zu erleichtern.
Deutsche Bauzeitung, Vol. 35, Nr. 77, Oktober 1901, S. 480
Während der erste Punkt der Wettbewerbsankündigung noch auf die Fortsetzung der Maßnahmen der 1880er Jahre hinweist, deutet der zweite Punkt darauf hin, dass der Protest des jungen Vereins zur Verteidigung von Alt-Florenz schon eine Reaktion bewirkt hat. Es ging nun nicht mehr darum, radikal die ursprünglichen Planungen durchzusetzen, sondern gemeinsam Verbesserungsmöglichkeiten zu erarbeiten, die die kulturelle Vergangenheit der Stadt bewahren. Damit war der Verein erfolgreicher, als der rund 20 Jahre später in Frankfurt agierende Bund tätiger Altstadtfreunde (s. Block).
Bund tätiger Altstadtfreunde
Nach einer Bürgerinitiative in Frankfurt hatte der Religionswissenschaftler und Kunsthistoriker Fried Lübbecke 1922 den Bund ins Leben gerufen.10 Lübbecke setzte sich dafür ein, dass die historische Altstadtstruktur bewahrt bleibt und die Bewohner ein lebenswertes, hygienisches Umfeld erhalten. Dies wollte er erreichen durch die Entfernung von Anbauten, die Freilegung von Fachwerk und farbliche Verschönerung der Gebäude, die Instandsetzung von Brunnen, die Begrünung der Innenhöfe und so weiter.
Gemeinsam mit dem Hochbauamt und dem Bezirkskonservator Fritz Wichert erstellte der Bund ab 1928 ein Altstadtkataster, um im Hinblick auf künftige Maßnahmen Informationen über die „kunstgeschichtlichen, konservatorischen und bautechnischen Einzelheiten […] insbesondere die sozialen, kulturellen und gesundheitlichen Verhältnisse der einzelnen Familien und Wohnungen“11 zu erhalten. „Gasse um Gasse, Haus um Haus wurden in dieser Kartei siebentausend Familien und Wohnungen bis in alle Einzelheiten aufgenommen […].“12
Die Maßnahmen, die Theodor Derlam vorbereite und ab 1934 umsetzte (s.o. „Sanierungen durch Abriss“), gingen dem Bund tätiger Altstadtfreunde jedoch viel zu weit; Einsprüche dagegen konnten allerdings nichts bewirken.
Auch die großflächigen Zerstörungen der Fachwerkaltstadt während des Zweiten Weltkrieges beendeten den Disput zwischen der Stadt und dem Bund nicht. Lübbecke erhoffte sich einen behutsamen (Wieder-)Aufbau der Innenstadt, wobei ihm bewusst war, dass eine Rekonstruktion in der ursprünglichen Form nicht mehr in Frage kam.
Daher bemühte er sich mit seinem Bund für eine strukturelle Wiederherstellung der Innenstadt sowie für den Wiederaufbau historisch bedeutender Bauten wie des Großen Engels, des Salzhauses, des Hauses Frauenstein und des Schwarzen Sterns.13
Im Leiter der Außenstelle des Hessischen Landeskonservators zu Frankfurt am Main, dem Architekten Hermann Karl Zimmermann, fand Lübbecke einen Gleichgesinnten. Gegen die Planung, große Landeseinrichtungen im Gebiet der Altstadt zu errichten, forderte Zimmermann, „dass jener ‚Grundcharakter‘ Frankfurts, der sich durch alle wechselnden Stilrichtungen eines Jahrtausends hindurch unverändert erhalten hat, und auch heute noch an jedem Baurest und Trümmerstück ablesbar ist, nicht ohne zwingenden Grund preisgegeben wird und verloren geht. Wir wünschen keinen Wiederaufbau in alten Formen (von vereinzelten Sonder- und Ausnahmefällen wie den Fall Goethehaus abgesehen) aber einen Neubau im alten Geiste, als Ausdruck der zutiefst unveränderten und unveränderlichen Wesensart der Bewohner, der Frankfurter Bürger.“14
Im Namen des Altstadtbundes reichte im Januar 1949 eine Gruppe um Lübbecke, Zimmermann, den Architekten Albert Rapp (Leiter des Historischen Museums Frankfurt)15, Franz C. Throll (Vorsitzender der Architekten-Vereinigung des Landes Hessen) und Theo Kellner einen eigenen Entwurf zur Gestaltung der Innenstadt ein. Dieser sah eine grobe Beibehaltung des Stadtgrundrisses vor, die Erhaltung von so viel historischer Bausubstanz wie möglich, dazwischen aber auch die Errichtung moderner Neubauten.
Auf Lübbeckes Kritik über die ablehnende Haltung der Stadt seinem Entwurf gegenüber, erklärte Oberbürgermeister Walter Kolb: „Es handelt sich [bei den Plänen der Stadt] um eine völlig neue Architektur, die mit der ehemaligen Altstadt und mit den Bestrebungen des Bundes tätiger Altstadtfreunde kaum etwas zu tun hat.“16 Die endgültige Entscheidung 1953 bildete eine Mischung aus den traditionellen Plänen des Altstadtbundes und den modernen der Stadt. Die zum Zeitpunkt der Entscheidung noch erhaltenen Baudenkmäler wurden in die Neuplanung einbezogen und die Umgebung an sie angepasst.
Wie ging es weiter mit der Società?
Das laute Trommeln der prominenten Mitglieder der Società per la Difesa di Firenze Antica führte zu einer Abmilderung der großen Umgestaltungsmaßnahmen und dem Erhalt zahlreicher Daudenkmäler. Die Società engagierte sich in weiteren Projekten, wie 1902 bei der Restaurierung der Loggia del Tessitori in der Via San Gallo (s.u. Anm. 2), und wirkte mit ihren Bemühungen auch auf die Denkmalgesetzgebung ein. Im Laufe des ersten Jahrzehnts des 20. Jahrhunderts scheint sich ihre Spur aber zu verlieren…
Im Juli 1949 gab es Wiederaufnahmebestrebungen: Bedeutende kulturelle und wirtschaftliche Organisationen der Stadt fanden sich zusammen, um die Unione per la difesa di Firenze antica e moderna zu gründen. Beteiligt waren hieran: Accademia dell’Arte del Disegno, die Accademia Luigi Cherubini, die Società Leonardo da Vinci, der Rotary Club und die Cassa di Risparmio (Sparkasse). Zweck des Vereins war es, sich mit Fragen zu befassen, die die zukünftige Entwicklung der Stadt betreffen.17 Ob es einen Zusammenhang zur früheren Società gibt, ist unbekannt.
- Vgl. Encyclopædia Britannica: Florence (Italy), 1911 (Wikisource; abgerufen am 3.11.2024). ↩︎
- Die Loggia dei Tessitori wurde um 1504 von der Weberzunft errichtet und rund ein Jahrhundert später, nun in Privatbesitz, erweitert. Nach wechselnden Eigentümern hatten zu Beginn des 20. Jahrhunderts verschiedene Büros des Genio Civile (Zivilingenieure) ihren Sitz in dem Palazzo, dessen Loggia mittlerweile verschlossen war. Auf Initiative von Corsini und des damaligen Chefingenieurs des Genio Civile, De Gaetani, wurde dem Ministero dei Lavori Pubblici (Ministerium für öffentliche Arbeiten) 1902 ein Restaurierungsprojekt vorgeschlagen, das auch die Wiederöffnung der Loggia vorsah. Schon zwei Jahre nach der Zusage konnten die Arbeiten abgeschlossen werden, so dass der Palazzo wieder das Aussehen des 17. Jahrhunderts erhielt; vgl. Francesca Tucci, La loggia dimenticata. Evoluzione storico-architettonica della Loggia dei Tessitori in via San Gallo a Firenze, in: progettando, Vol. 7, Nr. 1, 2012, S. 30-37, hier S. 33 (hier als PDF online abrufbar, zuletzt am 1.11.2024). ↩︎
- Vgl. Ariane Leendertz, Ordnung schaffen. Deutsche Raumplanung im 20. Jahrhundert, Tübingen 2008, S. 27-31. ↩︎
- Theodor Derlam, Aus dem Leben des letzten Frankfurter Altstadt-Baumeister, handgeschriebenes Manuskript, Freiburg 1958 (Institut für Stadtgeschichte Frankfurt [nachfolgend ISF] S 5/ 242), S. 106. Derlam war von 1910 bis zu seiner Pensionierung 1951 durchweg am Frankfurter Hochbauamt beschäftigt. ↩︎
- Vgl. Marco Rasch, Frankfurts Stunde Null. Kontroversen um den Wiederaufbau nach dem Krieg, in: Marburger Jahrbuch für Kunstwissenschaft, Bd. 38, 2011, S. 335-351. ↩︎
- Derlam 1958 (wie Anm. 4), S. 108. In diesem Zusammenhang soll Adickes auch den Ausspruch: „Nur keine Sentimentalitäten, meine Herren!“ geprägt haben; vgl. hierfür Dieter Rebentisch, Die „Goldenen Zwanziger Jahre“ in Frankfurt am Main, in: 75 Jahre Bund tätiger Altstadtfreunde – Freunde Frankfurts 1922-1997, hg. von Freunde Frankfurts, Verein zur Pflege der Frankfurter Tradition e. V., Frankfurt a. M. 1998, S. 7-15, hier S. 13. ↩︎
- Derlam 1958 (wie Anm. 4), S. 74. ↩︎
- Derlam 1958 (wie Anm. 4), S. 108. Da, wie schon angedeutet, in die Altstadt kaum investiert worden und somit der bauliche und hygienische Zustand sehr schlecht war, hatte sich die gehobenere Bevölkerung Häuser im Umland der Zentren errichtet. Daher bewohnten nur noch die ärmsten und „verkommensten“ Schichten die Altstadt, deren Vertreibung – wie das Zitat zeigt – auch aus politischer Sicht gewollt war. Dieses Schicksal teilte sich Frankfurt mit vielen anderen Städten wie beispielsweise Hamburg, wo es 1892 aufgrund der hygienischen Verhältnisse zur letzten großen Cholera-Epidemie in Deutschand kam. ↩︎
- Das Original findet sich hier: Umberto Serristori, In Difesa di Firenze Antica, Illustrazione Italiana, Vol. 19, 1899, S. 302-303. ↩︎
- Zu Lübbecke und seinem Bund vgl. Rasch 2011 (wie Anm. 5). ↩︎
- Olaf Cunitz, Stadtsanierung in Frankfurt am Main 1933-1945. Überarbeitete Magisterarbeit an der Johann Wolfgang Goethe-Universität, Frankfurt a. M. 1996, S. 46-49 (hier als PDF online abrufbar, zuletzt am 2.11.2024). ↩︎
- ISF V 40/72 III, Rundbrief des Altstadtbundes vom 20.2.1951. ↩︎
- ISF V 40/46, Brief von Lübbecke an Theodor Derlam vom 24.3.1950, in welchem er den Abriss des Hauses zum Großen Engel beklagte. Während das Salzhaus und das Haus Frauenstein in vereinfachter Form 1952-53 wiederaufgebaut wurden, rekonstruierte man fast 20 Jahre nach dem Tode Lübbeckes 1965 annähernd originalgetreu das Haus zum Großen Engel und den Schwarzen Stern. ↩︎
- ISF V 40/47, Brief von Zimmermann an den Stadtrat Moritz Wolf vom 7.9.1948. ↩︎
- Zu Rapp vgl. Sebastian Farnung, Das Historische Museum im Dritten Reich (ISF, zuletzt abgerufen am 3.11.2024). ↩︎
- ISF V 40/46, Walter Kolb an Fried Lübbecke am 13.3.1953. ↩︎
- Vgl. https://archivi.unifi.it/entita/0a713f23-391c-4c17-9d2d-a20ca11b7c80/unione-per-la-difesa-di-firenze-antica-e-moderna-firenze-1949/informazioni (abgerufen am 2.11.2024). ↩︎


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