Der Wetterbericht hatte es am Mittwoch groß angekündigt gehabt: Nachdem schon die angrenzenden Regionen Latium, Umbrien, Marken und Emilia-Romagna im weißen Pulver versunken sind, sollte es nun endlich auch die Toskana und ihre Hauptstadt treffen.
Im florentinischen Palazzo Vecchio hat die Verwaltung aufgrund der Wetterwarnung – unglaubliche 2,5 bis 10 cm Schnee wurden erwartet – vorsorglich (bzw. aus meiner Sicht panisch) sämtliche Schulen für den Folgetag schließen lassen.
Bei meinem allmittwöchlichen historischen Tanzkurs sagte am Spätnachmittag ein Paar vorsorglich (aus meiner Sicht panisch) seine Teilnahme ab, weil angeblich der Wetterbericht ab 21 Uhr mit Schneefall „gedroht“ hat. Daraufhin haben wir verbliebenen Tanzenden schon fast sehnsüchtig immer wieder durch die Fenster nach draußen geschaut, aber der Schnee ließ auf sich warten.
Als ich dann gegen 11 nach Hause radelte, noch immer durch eine „ungepuderte“ Stadt, hatte man an einem großen Kreisel – Piazza Taddeo Gaddi – schon mal vorsorglich drei Räumfahrzeuge postiert.
Nun, und irgendwann des Nachts war es dann wirklich soweit, es begann zu schneien! Ich, der ja kein Langschläfer bin, wachte am nächsten Morgen aber erst halb 9 auf (wahrscheinlich weil es so ruhig war, da kaum Autos und Züge fuhren) und machte, nachdem ich die Uhrzeit sah, schnell die Fensterläden auf – und voilà: Ja, alles war weiß und es schneite weiterhin. Also schnell angezogen, Kamera geschnappt und raus!



Draußen war es – wie schon angedeutet – sehr ruhig. Nur wenige Fahrzeuge waren unterwegs. Immerhin Busse fuhren, hatten aber an den Hinterachsen Schneeketten. Laut unserem Portier fahren die Straßenbahnen übrigens bei Schneefall sogar rund um die Uhr, auch nachts. Auf meine Reaktion hin, dass das ja ein super Service sei (ich ging davon aus, dass es als Dienst für den Kunden gedacht war), antwortete er, dass man das mache, damit die Weichen nicht einfrieren! (Mittlerweile habe ich aber erfahren, dass man z.B. in München genauso agiert…)
Italiener und Touristen nutzten gleichermaßen das seltene Ereignis und machten Fotos von der wenige Zentimeter betragenden weißen Schicht, Kinder bewarfen sich und alles mögliche mit Schneebällen, Hunde wälzten sich freudig in dem ungewohnten Element. Es war eine ganz entspannte Feiertagsstimmung!



Ich nutzte, wie gesagt, ebenfalls die Gelegenheit – der letzte „größere“ Schneefall fand 2010 statt – und drehte eine Runde in der Stadt. Einige der fotografischen Resultate könnt Ihr hier sehen…
Übrigens ging schon am Mittag der Schnee in Regen über und ein Großteil war schon am Abend wieder weg. D.h. falls Ihr auch mal in diese „Verlegenheit“ kommt: Sofort nutzen und raus!






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