Ein Meister der historischen Tänze ist Donald Francis. Im Januar 1985 startete er in der Tanzschule „L’Atelier de Danse“ in Florenz erste Kurse zum Wiener Walzer, zu Tänzen des 19. Jahrhunderts und britisch-irische Folk Dances. Seitdem hat Donald sein Repertoire erheblich ausgeweitet und veranstaltet regelmäßig Bälle. Und der Zufall wollte, dass ich am Samstag, den 21. Oktober, die Gelegenheit erhielt, bei diesem Altmeister mitzutanzen. 😀 Doch der Reihe nach:
Zuerst begann 15 Uhr der vierstündige Kurs der società di danza (darüber hab ich ja schon mal berichtet 😉; die Leiter der società haben übrigens auch schon bei Donald gelernt). Diesmal standen unter anderem die Quadriglia di venere (Venus-Quadrille) und der schottische Tanz Code Breaker an.
Im Anschluss ging ich mit Anna, die auch in der società tanzt, noch etwas essen. Wir waren im Mercato centrale und entschieden uns dort für vegetarische Burger. Ich hatte „Popeye“, unter anderem mit roten Beeten und Sonnenblumenkernen. Lecker und wirklich empfehlenswert!
Während wir aßen, uns unterhielten und dazu ein Gläschen Wein genossen, erzählte mir Anna von einem weiteren Tanzkurs, den oben genannter „Altmeister“ des historischen Tanzes regelmäßig veranstaltete. Interessiert fragte ich dann, wann denn der nächste Kurs wäre. Annas Antwort: Gleich! Beginn ist 21 Uhr!
Wenige Minuten nach neun trafen wir also in der Ballettschule „L’Atelier de Danse“ in der Via Sant’Egidio 10 ein – angesiedelt in einem alten, aber relativ unscheinbaren Palazzo. In dem reich mit Fresken ausgestatteten Saal herrschte schon Stimmung! Etwa 30 Personen waren gerade dabei, den ersten Tanz einzustudieren. Also zogen wir uns schnell unsere Tanzschuhe an und reihten uns problemlos mit ein.


Da viele Kinder anwesend waren (die Eltern haben schon bei Donald gelernt und kommen nun mit ihre Kindern), ging es bei diesem Kurs weniger um die korrekte Form, als vielmehr um den Spaß und die Geschwindigkeit. Donald hat dabei seine eigene Art, die Tänze anzuleiten. Er sagt einmal kurz, wie es abläuft, wiederholt es und zeigt ein paar Details eventuell und dann startet er schon die Musik. „Learning by doing“ könnte man sein Verfahren am besten bezeichnen. Dementsprechend hatte er die Tänze so ausgewählt, dass sie nicht so komplex waren und durch stetige Wiederholung sehr einprägsam waren. Dabei schaffte Donald es, die Kinder einfach mitzuziehen und es funktionierte ziemlich gut!
Zwei Stunden lang tanzten wir so erneut Quadrillen, Kreistänze und schottisch-irische Longways und sowohl wir als auch die Kinder hatten viel Spaß dabei!


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