Der Start
Es war ein herrlicher Samstagmorgen, keine Wolke trübte den toskanablauen Himmel. Die Sonne schaute schon früh auf die noch ruhende Stadt und sollte sie mitsamt dem gesamten Umland den ganzen Tag nicht aus den Augen verlieren. Also genauso wie an den Tagen zuvor (und an den Tagen danach 😉 ).
Wie eine Wiederholung meiner Tour von Ende März startete der Tag. Es begann mit einem Kaffee zu Hause, dem Weg zum Bahnhof und dem Einstieg in den 9:44 Uhr-Regionalexpress nach Arezzo. Doch vier Unterschiede gab es:
- Ich verließ das Haus aufgrund der höheren Temperatur unbejackt, dafür mit einer „dicken Schicht“ Sonnencreme.
- Ich fuhr mit dem Fahrrad zum Institut und ging von da aus zum Bahnhof.
- Ich fuhr nicht allein nach Arezzo, sondern in Begleitung von Julia.
- In Arezzo erwarteten uns schon Chiara und ihr Freund Francesco, genannt Franci (genannt „Frandschi“), um gemeinsam mit uns mit ihrem Wagen nach Cortona zu fahren.

Archäologen unter sich
Da Franci Etruskologe ist und er weiß, dass er in mir als klassischen Archäologen immer einen Interessenten für „alte Sachen“ findet, hielten wir noch vor dem eigentlichen Besuchsziel, um drei etruskische Grabanlagen anzuschauen. Wobei er meinte, dass die dritte (ganz rechts) sehr untypisch sei (ja, das stimmt) und man deshalb davon ausgeht, dass es sich um ein relativ junges Fake-Grab handelt – um den Archäologen eine Freude zu machen, den Ruhm Cortonas zu größern…? Chissà! (wer weiß)
Allerdings muss man hier einwenden, dass die Errichtung einer derart aufwändigen Anlage zeitraubend und kostspielig gewesen sein muss und kaum unbemerkt von den Einwohnern hätte durchgeführt werden können – dies spricht eher gegen eine moderne Datierung.



Cortona
Die Kleinstadt selber liegt auf einem Berg und vom Bahnhof ein ganzes Stück entfernt, so dass wir natürlich froh waren, dass wir mit dem Wagen fuhren. Von Anfang an bezauberte das Örtchen durch sein einheitliches Stadtbild, bedingt auch durch den oft verwendeten und örtlich anstehenden gräulich-gelblichen Kalkstein bzw. einen ähnlich-farbigen Putz. Kein modernes Bauwerk verschandelte das Zentrum und die Lage bot fantastische Ausblicke in die weite Landschaft.



Natürlich durften caffè und pranzo nicht fehlen. Letztes nahmen wir in der etwas kitschigen, aber nicht übertrieben wirkenden Fiaschetteria Fett’unta („Weinstube Scheibe Fett“, begrifflich vergleichbar mit der sächsischen Fettbemme :D) ein; es gab Pasta, Brotsalat (Panzanella) und Panino.
Highlight des im Anschluss weitergeführten Stadtrundganges waren der Dom und Reste der etruskischen Stadtmauer. Es war so angenehm, so ruhig und fast immer etwas windig, so dass es ein sehr entspannter Spaziergang mit vielen Informationen, schönen alten Gebäuden, Ausblicken usw. war. Zwischendurch begleitete uns noch eine Freundin von Chiara, die gelegentlich als Stadtführerin arbeitet und uns noch höher führte – zur Kirche San Niccolò. Die Zahl der Touristen konnte man dort an einer Hand abzählen! Auf dem Rückweg stibitzte ich ein paar albicocchi (Aprikosen) frisch vom Baum – mmh, sie waren noch warm! 🙂



Langsam traten wir anschließend den Rückweg an – die Sonne und die Temperaturen jenseits der 30 Grad zollten doch neben dem Weg ihren Tribut. In Arezzo angekommen, drehten wir noch eine kleine Runde, weil Julia noch nie dort gewesen war, bevor es wieder in die glühende Großstadt zurückging.


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