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Der „Ketzer von San Marco“ oder warum eine Florentiner Kirchenglocke ausgepeitscht wurde
Girolamo Savonarola wurde retrospektiv als der „Ketzer von San Marco“ bezeichnet. Warum und weshalb in diesem Zusammenhang eine Florentiner Kirchenglocke ausgepeitscht wurde, erfahrt Ihr hier.

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Schon gewusst?
An einer der am stärksten frequentierten Ecken des Palazzo Vecchio an der Piazza della Signoria findet der aufmerksame Beobachter direkt in der Hauswand ein in den Stein gehauenes Gesicht. Dem Volksmund nach soll der bedeutende Künstler Michelangelo selber dafür verantwortlich gewesen sein! Zwei Geschichten haben sich diesbezüglich festgesetzt: Laut der einen soll es einen Menschen gegeben haben, der Michelangelo immer mit langweiligen und sich wiederholenden Geschichten genervt habe. Eines Tages, als dieser Michelangelo mal wieder langweilte und der Künstler zufällig sein Messer dabei hatte, habe er dessen Konterfei im Stein festgehalten und zwar hinter seinem Rücken (das soll die simple…

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Schon gewusst?
Der Volksmund und die Florentiner Stadtführer meinen, dass der Bildhauer Benvenuto Cellini sich selbst in seiner Statue des Perseus verewigt habe. Betrachtet man die Kopfpartie auf der Rückseite der Figur, so scheint einen in der Tat ein finsteres Gesicht mit einem Rauschebart anzublicken… Mit seinen scharfen Zügen bildet es einen starken Kontrast zu dem weichen, jungen Gesicht des Perseus auf der Vorderseite. Diese Doppelansichtigkeit lässt sich daher als Metapher für die Gleichzeitigkeit der jugendlichen Tatkraft (d.h. der Zukunft) und der Altersweisheit (also der Vergangenheit) verstehen. Eventuell ist das rückwärtige Gesicht damit auch eine Huldigung Cellinis an die Familie Medici, die…

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Schnee in Florenz
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Der Wetterbericht hatte es am Mittwoch groß angekündigt gehabt: Nachdem schon die angrenzenden Regionen Latium, Umbrien, Marken und Emilia-Romagna im weißen Pulver versunken sind, sollte es nun endlich auch die Toskana und ihre Hauptstadt treffen. Im florentinischen Palazzo Vecchio hat die Verwaltung aufgrund der Wetterwarnung – unglaubliche 2,5 bis 10 cm Schnee wurden erwartet – vorsorglich (bzw. aus meiner Sicht panisch) sämtliche Schulen für den Folgetag schließen lassen. Bei meinem allmittwöchlichen historischen Tanzkurs sagte am Spätnachmittag ein Paar vorsorglich (aus meiner Sicht panisch) seine Teilnahme ab, weil angeblich der Wetterbericht ab 21 Uhr mit Schneefall „gedroht“ hat. Daraufhin haben wir…

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Giardino di Boboli
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Von hier aus ist das Gemälde der Stadt besonders schön. Diese bräunlichschwarze Häusermasse, die originellen und altertümlichen Gebäude, unter ihnen der seltsame Turm des Palazzo Vecchio, ferner Brunelleschis Domkuppel, Giottos Campanile, die finstern und burgähnlichen Paläste der Ghibellinenzeit, geben ein Bild von großem Charakter und von vollkommener Harmonie in einem Grundton tiefbrauner Farbe. Von dort oder von S. Miniato, oder von den Höhen des alten Fiesole muß man dies schöne Florenz betrachten; und dann wird man es schwer begreifen, wie in dieser düstern Gruppe von Mauern die herrlichsten Werke des Menschengeistes, Werke von mehr als tausend Künstlern, der Fleiß und…

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San Giovanni – Von der ehrwürdigen Parade zum brutalen Calcio storico
Der 24. Juni ist der Namenstag des Heiligen Johannes des Täufers. Dieser Tag wird in Florenz seit Jahrhunderten besonders gefeiert, da San Giovanni Battista, so der italienische Name, der Stadtheilige ist. Ich möchte Euch chronologisch in Bildern vom alljährlichen Ablauf der zweiten Tageshälfte berichten. 15:45 Uhr: Beginn des Zuges in Renaissancekostümen auf der Piazza Santa Maria Novella 16:03 Uhr: Passieren der Piazza della Repubblica 16:10 Uhr: Ankunft am Palazzo Vecchio auf der Piazza della Signoria und Begrüßung der adligen Damen der Stadt (wie mir Jemand vor Ort erklärte, geht die Tradition der Ehrerbietung der Soldaten vor der nobilità der Stadt auf das Mittelalter…

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Wassertankstelle
Schon gewusst? Am Palazzo Vecchio kann man, wie an einigen anderen Stellen der Stadt, kostenlos Wasser zapfen. Rechts vom Seiteneingang auf der Piazza della Signoria ist eine Nische, wo man an zwei Zapfhähnen zwischen acqua frizzante (mit Sprudel; wenn man davor steht links) und acqua naturale wählen kann (s. Bild). Eine Übersicht über kostenlose Quellen in Florenz und weiteren Städten Italiens findet Ihr übrigens auf der Webseite https://www.fontanelle.org (danke Kurt für diesen Hinweis!).

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Schon gewusst?
Die ehemalige Kirche San Pier Scheraggio (GoogleMaps) wurde 1068 geweiht. Bis zur Errichtung des Palazzo della Signoria als Sitz des Stadtparlaments (heute bekannt als Palazzo Vecchio) diente die Kirche als Versammlungsort der die Stadt regierenden Patrizier. Hier hielten angeblich schon die Schriftsteller Dante Alighieri und Giovanni Boccaccio flammende Reden. Mit dem Bau der Uffizien wurde ein Teil der Kirche abgerissen. Der Rest dient heute als Saal für festliche Anlässe, wie der feierlichen Verleihung des Jacob-Burckhardt-Preises durch das KHI, an welcher wir am 13. Juni teilnahmen.

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Sven und die „nasse“ Bianca
Am letzten April-Wochenende, das seinem Namen wettermäßig alle Ehre machte, erhielt ich den ersten Besuch aus Germania. Da der Flughafen nur etwa zwei Kilometer von meiner Wohnung entfernt ist, konnte ich Sven zu Fuß abholen. Den Donnerstagabend verbrachten wir mit Pasta, Wein und einem gegenseitigen Update über die Dinge, die geschehen sind, seit wir uns das letzte Mal gesehen haben. Am nächsten Tag ging es gemütlich in die Stadt, immer am Arno entlang. Die obligatorischen Dinge für einen Italienbesuch wie Eis essen, Kaffee trinken, die Stadt erkunden und mit allen Sinnen wahrnehmen sowie die abendliche Pizza durften natürlich nicht fehlen!…

