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Buchette del vino – „Tabernakel des Weins“
Wenn man in Florenz die Wände alter Bauwerke mit den Augen „abscannt“, so wie ich mir das angewöhnt habe 😉, kann man viele Dinge entdecken: diverse moderne Formen von Street Art (z.B. Bilder und aufgeklebte Gedichte), alte steinerne Embleme und Inschriften von Zünften, Verboten und vieles mehr. Um eine weitere vor allem aus Florenz und Umgebung überlieferte Form, buchette genannt, soll es im Folgenden gehen… Damit werden kleine Löcher (il buco/ la buca = Loch, Öffnung) in der Hauswand bezeichnet, meistens in der Nähe von Fenstern oder Türen, die architektonisch oftmals wie kleine Portale gestaltet sind. Ihren Verwendungszweck geben einige…

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Der Geist des Palazzo Grifoni
Florenz, diese an Bauwerken und Kunstschätzen reiche Stadt, hat natürlich auch zahlreiche Sagen aufzuweisen. Eine beschäftigt sich mit dem Palazzo Budini Gatai (ehemals Grifoni), in dem sich ehemals mein Arbeitsplatz befand, die Fotothek des Kunsthistorischen Institutes… Gerade denjenigen, die jeden Tag den Palazzo aus der Richtung der Piazza della Santissima Annuziata passieren, wird es wohl schon einmal aufgefallen sein: Das Fenster (bzw. korrekterweise die Jalousie) ganz rechts in der ersten Etage ist niemals geschlossen. Der Sage nach wartete hinter dieser Jalousie eine Dame auf ihren Mann, der aus dem Hause Grifoni stammen soll und in den Krieg zog, aber niemals…

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Schon gewusst?
Der Volksmund und die Florentiner Stadtführer meinen, dass der Bildhauer Benvenuto Cellini sich selbst in seiner Statue des Perseus verewigt habe. Betrachtet man die Kopfpartie auf der Rückseite der Figur, so scheint einen in der Tat ein finsteres Gesicht mit einem Rauschebart anzublicken… Mit seinen scharfen Zügen bildet es einen starken Kontrast zu dem weichen, jungen Gesicht des Perseus auf der Vorderseite. Diese Doppelansichtigkeit lässt sich daher als Metapher für die Gleichzeitigkeit der jugendlichen Tatkraft (d.h. der Zukunft) und der Altersweisheit (also der Vergangenheit) verstehen. Eventuell ist das rückwärtige Gesicht damit auch eine Huldigung Cellinis an die Familie Medici, die…

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Arezzo
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Wieder einmal führte mich ein Ausflug in die Toskanische Umgebung. Nach nur einer Stunde Fahrzeit mit der italienischen Bahn gen Südosten erreichte ich mein Ziel: Das lateinische Arretium, heute eher bekannt als Arezzo. 😉 Am Bahnhof wurde ich auch schon erwartet – Chiara, die ich aus der Fototeca kenne, wohnt mit ihrem Freund in diesem typisch toskanischen Städtchen von immerhin 100.000 Einwohnern. Unser erster Weg führte uns glücklicherweise in eine Bar, wo ich meinen ersten caffè des Tages einnahm. So gestärkt ging es zuerst zum römischen Theater, das aber leider noch geschlossen war. Ursprünglich war Arezzo eine der mächtigsten etruskischen Städte…

