Schon gewusst? Anfang Juni 1753 wurde in Florenz die Accademia dei Georgofili (Akademie der Landfreunde) gegründet.1
Sie geht zurück auf einen Aufsatz des Abtes Ubaldo Montelatici, in dem dieser eine Verbesserung der landwirtschaftlichen Produktion durch eine rationale Nutzung des Bodens vorschlug. Er lud Grundbesitzer und Gelehrte ein, sich zusammenzuschließen und propagierte ein für die damalige Zeit innovatives soziales Ziel: eine demokratische Struktur oder, wie Montelatici schrieb, eine „perfekte Anarchie“.
Doch erst infolge der Förderung durch Großherzog Leopold II. und die durch diesen initiierte Fusion mit der Società botanica fiorentina (Botanische Gesellschaft Florenz‘) im Jahr 1783 erlangte die Akademie Ansehen. Sie widmete sich in der Folgezeit vielen Fragen der Landwirtschaft und der Agrarökonomie, darunter Verbesserung der landwirtschaftlichen Geräte, Ausbildung des Personals, Viehhaltung, Pachtbetriebe, Urbarmachung von Land und Sumpfgebieten, Vermarktung von Getreide usw. Neben dem Giardino dei semplici in der Via Micheli 3, der im Rahmen der oben genannten Zusammenlegung in einen „Landwirtschaftlichen Versuchsgarten“ umgewandelt wurde, ist der nach 1854 eingerichtete Giardino dell’Orticoltura (siehe Titelbild) das bedeutendste sichtbare Resultat in Florenz.
Im Jahr 1897 wurde die Akademie als staatliche Einrichtung anerkannt. Seit 1933 hat sie ihren Sitz im Torre dei Pulci in der Via dei Georgofili. Das historische Archiv beherbergt über 12.000 Handschriften und rund 70.000 Bücher, welche seit 2020 im nationalen Bibliothekssystem sowie in WorldCat recherchiert werden können.
Das Motto der Akademie – „Prosperitati publicae augendae“ (Den Wohlstand des Staates mehren) – spiegelt sich im Logo wider (siehe Webseite), welches landwirtschaftliche Symbole (eine Kornähre, ein Olivenzweig und eine Weinrebe mit Trauben) mit dem zu Hermes, dem Gott des Handels, gehörigen Hermesstab vereinigt.
- Siehe Unterseite „Geschichte der Akademie“ auf der Webseite (auf Italienisch, abgerufen am 9.6.2025). ↩︎


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