Von vielen Kirchen im italienischsprachigen Raum tönt regelmäßig ein ganz bestimmtes Lied:
Hierbei handelt es sich um das „Lourdes-Lied“, welches die Ereignisse um das Hirtenkind Bernadette Soubirous und ihre angeblichen Marienerscheinungen des Jahres 1858 im französischen Pyrenäenort Lourdes wiedergibt. Die erste Version des eigentlich „Ave Maria de Lourdes“ genannten Stücks komponierte Abbé Gaignet (1839-1914) 1873, als er am Seminar von Luçon in Westfrankreich tätig war. Sie bestand aus acht Versen und war für die Lourdes-Pilger aus der Region Vendée gedacht. Die Melodie des Refrains, der nur aus den beiden Worten „Ave Maria“ besteht, soll Gaignet einem pyrenäischen Volkslied entnommen haben.
Der Bischof von Luçon bat Gaignet daraufhin, eine umfangreichere Version zu schreiben, um so zeitlich den gesamten Weg der Lichterprozession in Lourdes abzudecken, die seit 1872 regelmäßig durchgeführt wurde. Gaignet erweiterte bis 1874 den Text auf 68 kurze Verse, die in einfacher Sprache gehalten waren.
Warum gerade diese Melodie in vielen Kirchen Italiens, aber auch in katholischen Teilen Deutschlands, als Glockenspiel adaptiert wurde, das konnte ich nicht herausfinden. Es ist sehr zu vermuten, dass es in Verbindung mit einer wiederaufkeimenden Marienverehrung im 19. Jahrhundert in Verbindung steht, sicherlich zusätzlich befördert durch die Ereignisse in Lourdes.
Hier folgen weitere Beispiele von längeren oder anderen Versionen auf YouTube:


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