„Russisch Brot“ ist ein luftiges Gebäck aus den Grundzutaten Zucker, Eischnee, Kakao und Mehl. Hinzu können je nach Wunsch noch weitere Ingredienzen wie Karamellsirup oder Zimt gegeben werden. Die aufgeschlagene Masse wird in Buchstaben- und Zahlenform ausgebacken.
Woher stammt der Name „Russisch Brot“?
Bei einem Aufenthalt in Sankt Petersburg lernte der Dresdner Bäcker Ferdinand Friedrich Wilhelm Hanke (1816–1880) ein um die Mitte des 19. Jahrhunderts dort beliebtes Gebäck kennen. Hanke organisierte sich das Rezept der Bukwy („Buchstaben“) genannten Kekse, die die Form von kyrillischen Buchstaben aufwiesen.
Nach der Rückkehr in seine Heimatstadt eröffnete Hanke 1845 eine „Deutsche & Russische Bäckerei“. Die Plätzchen, die jetzt die Form lateinischer Buchstaben erhielten, verkaufte er unter dem Namen „Russisch Brot“.
Was hat das mit Italien zu tun?
In Italien gibt es diverse Arten von Fastengebäck (Quaresimali, von Quaresima, der vierzigtägigen Fastenzeit). Die toskanische Variante weist auch die Buchstabenform auf und besteht aus sehr ähnlichen Zutaten wie „Russisch Brot“: Eischnee, Mehl, Kakao, Zucker sowie nach Wunsch Nüssen, Zimt und Orangenabrieb.
Es wird erzählt, dass das Gebäck im 19. Jahrhundert in einem Kloster zwischen Florenz und Prato von Nonnen erfunden wurde, die die Fastenzeit mit einer kleinen süßen Sünde bereichern wollten. Um das Fasten nicht zu offensichtlich zu brechen, ersannen sie angeblich die Buchstaben-Form, mit der sich biblische Verse auslegen ließen.
Ob das Gebäck nun in Sankt Petersburg oder in der Toskana erfunden wurde, das bleibt ein Geheimnis… Eines ist aber klar, in Dresden nicht.


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