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Palermo – Normannen, Staufer und ein „Überfall“
Ebenfalls nur zu zweit, wenn auch in anderer Konstellation, machten wir zudem einen Ausflug nach Palermo. Wir folgten der Empfehlung eines Pärchens, mit dem wir uns in San Leone unterhalten hatten, und fuhren doch mit dem Auto entlang der Küste in die größte Stadt Siziliens. Durch sie wussten wir, wo wir relativ innenstadtnah kostenlos parken konnten, was auch super funktionierte (nämlich im Viertel zwischen dem Tribunal und der Altstadt).
Die Innenstadt ist größtenteils rolligerecht, abgesehen von gelegentlichen, allein unüberwindbaren Bordsteinen am Rande des Zentrums. Natürlich gilt auch hier, dass manche der Sehenswürdigkeiten wie das Kathedraldach oder der von Tobi geplante Besuch des Palazzo Conte Federico baubedingt mit dem Rolli nicht besichtigt werden können. Wir haben uns hierüber aber nicht vorher informiert, sondern sind auf gut Glück durch die Altstadt gestromert. Das rächte sich natürlich teilweise, weil wir so aus Zeitgründen nicht mehr in den beeindruckenden Palazzo dei Normanni beziehungsweise Palazzo Reale kamen (sonst wären wir zuerst dahin gegangen).



Für eine Stadt dieser Größe war es ein recht angenehmer Ausflug. Wir haben zwischendurch am Meer auf den Letti di Ceramica gechillt und einem Straßenkünstler bei der Arbeit zugeschaut. Plötzlich knallte es relativ laut und wir sahen, wie ein paar Leute mit Hämmern oder ähnlichem auf ein Auto einschlugen! Natürlich kamen sofort Gedanken an die berühmte sizilianische Mafia – die Cosa Nostra – auf, bis wir aus sicherer Entfernung die Filmkameras wahrnahmen…
Giardini-Naxos und Taormina – Immer auf archäologischen Spuren
Tags darauf zogen wir, nun nur noch zu dritt, weiter zur letzten Unterkunft in Giardini-Naxos im Osten der Insel. Gemeinschaftlich entschieden wir uns, hierfür die Landstraße und nicht die Autobahn zu nehmen. Diese Entscheidung belohnte uns zwar mit reizvollen Landschaftsausblicken und ruhigen Fotostopps, dauert aber statt der rund 3 1/2 Stunden doppelt so lang!



Die dortige Unterkunft war sehr geräumig und wir hatten sogar unseren eigenen Eingang auf der Rückseite des Gebäudes. Der Ort selber ist ein Badeort und bietet abgesehen von den touristischen Einrichtungen recht wenig. An einem der Badenachmittage nutzte ich die Gelegenheit, mir die Überreste der ersten griechischen Kolonie auf Sizilien anzuschauen. Das archaische Naxos wurde 735 v. Chr. gegründet. Zahlreiche Fundamente aus der Zeit zwischen dem 8. und 5. Jahrhundert vor Christus wurden ausgegraben, darunter beeindruckendes Polygonalmauerwerk.
Natürlich durfte auch ein Auflug in das nahe Taormina nicht fehlen, welches durch sein beeindruckendes antikes Theater mit Blick auf den Ätna und die Bucht von Giardini-Naxos auch überregionale Berühmtheit erlangt hat. Mit dem Rolli kommt man zwar auf das Gelände und an die Bühne, aber wegen vorhandener Stufen nicht überall hin, wie zum Beispiel auf die Ränge.




Kleiner Gruß vom Stromboli
Unser letzter Tagesausflug brachte uns, nun nur noch zu zweit, auf einer geführten Tour mit einem Bus von Giardini-Naxos nach Milazzo, wo wir ein Schiff in Richtung Stromboli bestiegen. Hinter den Inseln Vulcano und Lipari hatten wir einen ersten Aufenthalt auf Panarea, den wir zum „Spaziergang“ nutzten. Durch die Steigung kamen wir allerdings recht langsam voran, so dass wir, um die Abfahrt nicht zu verpassen, nach rund zwei Kilometern schon wieder den Rückweg antraten. So konnte ich leider nicht die mittelbronzezeitliche Siedlung auf dem Punta Milazzese sehen…
Nächstes Ziel war die Insel Stromboli, wo wir zu Füßen des Vulkans einen Badestopp hatten. Am frühen Abend ging es um den Vulkan herum wieder zurück, der sozusagen als Verabschiedung einen kleinen Lavabrocken ausspuckte.






Mit einem kleinen Rundgang in Catania endete am Folgetag unser gemeinsamer Ausflug nach Sizilien.
Zum Abschluss
Fazit: Wie schon bei unseren vorherigen gemeinsamen Touren in Italien (s. hier für Neapel) konnten wir auch auf Sizilien feststellen, dass die Italiener schon weiter hinsichtlich rolligerechter Orte und Sehenswürdigkeiten sind. Trotzdem muss man natürlich immer damit rechnen, dass hier und da plötzlich Hindernisse auftreten. Ich hatte dann schon teilweise einen scannenden Blick, um im Voraus die Wege zu koordinieren. Meistens lassen sich diese nämlich durch kleinere Umwege umgehen. Allerdings ist es empfehlenswert, wenn man jemanden dabei hat, der den Rolli notfalls auch mal über kleinere Hürden kippen/ heben kann. Häufiger passierte uns das bei Straßenüberquerungen… Im Notfall sind die Italiener aber sehr hilfsbereit!
Und noch eine generelle Anmerkung, wenn es um die Restaurantsuche geht: Vertraut auch ruhig auf Euer Bauchgefühl! So haben wir einmal wegen einer sehr guten Internetbewertung einen Umweg zu einer Pizzeria gemacht, die sich letztlich absolut nicht gelohnt hat. Zeit- und Geldverschwendung! In Giardini-Naxos wiederum liefen wir zufällig an einem Restaurant vorbei, dass nicht direkt am Meer lag, ein gutes Angebot hatte und nicht so touristisch wirkte. Wir probierten es aus und es war super!







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