Kennt Ihr Carlo Lorenzini? Nein? Sicher ist Euch aber sein Pseudonym Carlo Collodi ein Begriff! Besagter Herr Collodi (24.11.1826 – 26.10.1890) war ein waschechter Florentiner, Journalist und Schriftsteller, der vor allem durch ein Werk berühmt wurde – Pinocchio.
Die Fortsetzungsgeschichten um eine lebendig gewordene Holzfigur, die Lorenzini 1881/2 im „Giornale per i Bambini“ („Zeitung für Kinder“) unter dem Titel „Le Avventure Di Pinocchio. Storia Di Un Burattino“ („Abenteuer des Pinocchio: Geschichte eines Hampelmanns„) erstmals veröffentlichte, erfreuten sich einer derartigen Beliebtheit, dass Collodi 1883 beschloss, sie in Buchform zu veröffentlichen.


Il bel riposo
Einer Ehrentafel der Stadt Florenz zufolge fand Collodi Ruhe und Muße für sein Buch in der Villa „Il bel riposo“ („Schöne Ruhe“), die sich in unmittelbarer Nachbarschaft zur Medici-Villa „La Petraia“ befindet. Das Gebäude und das umgebende Areal hatte sein Bruder Paolo 1854 erworben, nachdem er Direktor der berühmten Porzellanmanufaktur Ginori geworden war. Hier in der idyllischen Abgeschiedenheit soll das Buch über Pinocchio mit seiner bei jeder Lüge wachsenden Nase entstanden sein, das bis heute in über 240 Sprachen übersetzt wurde.

Warum „Collodi“?
Aus dem kleinen Örtchen Collodi in der Nähe von Lucca entstammte die Mutter. Einen Großteil seiner Kindheit verbrachte Lorenzini dort bei seinen Großeltern, während die Eltern in Florenz für die Familie Ginori arbeiteten – die Mutter Angiolina Orzali als Schneiderin und Dienerin und der Vater Domenico Lorenzini als Koch. In seinen Romanen und Erzählungen hat Carlo Lorenzini immer wieder die Orte und Personen seiner Kindheit sowohl aus Collodi als auch Florenz verarbeitet…


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