Auf der Piazza della Santissima Annunziata befindet sich in gerader Sichtachse zum Dom, und daher nicht mittig, die Reiterstatue von Ferdinando I., Großherzog der Toskana von 1587 bis zu seinem Tode 1609. Abgesehen vom Zusammenhang Ferdinandos mit einer mysteriöserweise immer geöffneten Jalousie des Palazzo Grifoni/ Budini Gatai birgt die Plastik noch eine weiteres „Geheimnis“ – Bienen!

Während auf der dem Dom zugewandten Vorderseite der Reiterstatue am Sockel die übliche Namensplakette angebracht ist, findet man auf der Rückseite auf einer Bronzetafel diese emsigen Insekten. Das Material der Tafel soll – nebenbei bemerkt – von Kanonen von eroberten türkischen Galeeren stammen, die durch eine toskanische Flotte 1608 vernichtet wurden.
Nähert man sich der Statue, erkennt man erst recht spät, worum es sich bei den kleinen Punkten auf der Plakette handelt. Unzählige Bienen sind in konzentrischen Ringen um die Königin herum angeordnet. Und wenn ich „unzählige“ schreibe, meine ich das auch so. 😊 Da nämlich die Bienen aus Platzgründen nicht regelmäßig verteilt sind, d.h. die einzelnen radialen Reihen nicht mit der gleichen Anzahl Bienen besetzt sind, erscheint es unmöglich, sie zu zählen!


Das hat die Florentiner zu der Sage inspiriert, dass demjenigen, dem es gelingt, die genaue Anzahl ohne Zuhilfenahme der Hände, also nur mit den Augen, zu ermitteln, sicheres Glück ereilen werde. Darüber hinaus soll das Bienenzählen eine Probe der Eltern hinsichtlich des Konzentrationsvermögens ihrer Kinder sein… (vielleicht handelt es sich nur um eine Beschäftigungsmaßnahme?) 🤣 Ich werde Euch an dieser Stelle jedenfalls nicht die genaue Anzahl verraten – kommt und zählt selbst!

Natürlich stellt sich noch die Frage, weshalb überhaupt Bienen abgebildet wurden. Sie werden gerne als ein Machtsymbol interpretiert: Der Königin, d.h. hier dem aktuellen Herrscher aus dem Medici-Spross, folgt einerseits treu dienend das ihm untergebene Volk. Es tut alles für ihn und stellt sich in gefährlichen Situationen nach allen Seiten schützend vor seinen Herrscher. Dieser wiederum ist für das Überleben des gesamten Volkes verantwortlich und sollte alles in seiner Macht stehende dafür tun. Neben der politischen Komponente bedeutet das natürlich auch die Wahrung des wirtschaftlichen Status vor allem des Adels und der Patrizier.


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