Von hier aus ist das Gemälde der Stadt besonders schön. Diese bräunlichschwarze Häusermasse, die originellen und altertümlichen Gebäude, unter ihnen der seltsame Turm des Palazzo Vecchio, ferner Brunelleschis Domkuppel, Giottos Campanile, die finstern und burgähnlichen Paläste der Ghibellinenzeit, geben ein Bild von großem Charakter und von vollkommener Harmonie in einem Grundton tiefbrauner Farbe. Von dort oder von S. Miniato, oder von den Höhen des alten Fiesole muß man dies schöne Florenz betrachten; und dann wird man es schwer begreifen, wie in dieser düstern Gruppe von Mauern die herrlichsten Werke des Menschengeistes, Werke von mehr als tausend Künstlern, der Fleiß und die Freude von Jahrhunderten vereinigt werden konnten, oder wie endlich hier alle jenen großen Geister neben- und nacheinander Raum hatten, deren Statuen jetzt die Uffizien, Italien und die Welt verzieren.
Ferdinand Gregorovius, Die öffentlichen Monumente von Florenz (1856), in: Hans Krey (Hrsg.), Wanderjahre in Italien, 3. durchgesehene und verbesserte Aufl., Dresden 1950, S. 94-95 und Taf. 2, Aquarell von Salomon Corrodi


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