Wieder einmal führte mich ein Ausflug in die Toskanische Umgebung. Nach nur einer Stunde Fahrzeit mit der italienischen Bahn gen Südosten erreichte ich mein Ziel: Das lateinische Arretium, heute eher bekannt als Arezzo. 😉 Am Bahnhof wurde ich auch schon erwartet – Chiara, die ich aus der Fototeca kenne, wohnt mit ihrem Freund in diesem typisch toskanischen Städtchen von immerhin 100.000 Einwohnern.
Unser erster Weg führte uns glücklicherweise in eine Bar, wo ich meinen ersten caffè des Tages einnahm. So gestärkt ging es zuerst zum römischen Theater, das aber leider noch geschlossen war.
Ursprünglich war Arezzo eine der mächtigsten etruskischen Städte und trug den Namen Aritim. Nach römischer Eroberung befanden sich zu spätaugusteischer Zeit in der Ortschaft bedeutende Manufakturen zur Herstellung roter, italischer Feinkeramik, der berühmten Terra Sigillata (warum ich das extra erwähne, löse ich später auf).

Nun ja, nach dem geschlossenen Theater ging es weiter ins Zentrum. Durch mittelalterliche Kirchen, vorbei an den typischen Geschlechtertürmen, Renaissance-Palästen, über die Piazza Grande mit dem Dom und dem Wohnhaus des Malers und Baumeisters Giorgio Vasari, mit Stopp wiederum bei einem panino und einem caffè mit bombolone (Krapfen/ Berliner/ Pfannkuchen), über die Straße, auf der „Das Leben ist schön“ von und mit Roberto Benigni gedreht wurde usw. ging es gemütlich durch die ganze Innenstadt mit viel Unterhaltung und Wissenswertem. Weiter ging es zur Fortezza Medicea, eine, wie der Name ja schon andeutet, Festung, errichtet von den Medici, die Arezzo schon früh unter ihre Gewalt gebracht hatten.
Im Park daneben und auf dem Festungsgelände hatten Chiara und ihr Freund ihre Köpfe fast durchgehend auf den Boden gerichtet. Chiaras Freund, der nämlich auch Archäologe ist, hatte sie mit der Suche nach antiken und mittelalterlichen Scherben angesteckt. Am Ende erhielt ich als Andenken den Fund des Tages – eine Scherbe TS (Terra Sigillata)! 😀
Danach ging es langsam wieder Richtung Bahnhof und da wir noch etwas Zeit hatten, machten wir es typisch italienisch und flanierten an diesem späten Sonntagnachmittag mehrfach die Hauptstraße auf und ab. Sehen und gesehen werden! Schön war’s! Grazie a Chiara e a dopo!





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